Herzlich Willkommen bei der
Landes-Bau-Genossenschaft
Württemberg eG

Jahre 1945 – 1960

Neubelebung nach Kriegsende

Die ersten Jahre nach dem Zusammenbruch waren ausgefüllt mit der Beseitigung der Kriegsschäden, mit Improvisation und Wiederaufbau. Der Eisenbahn- und Postwohnungsbau wurde weiterbetrieben. Die Deutsche Bundesbahn und die Deutsche Bundespost bekannten sich uneingeschränkt zur Wohnungsfürsorge zugunsten ihrer Beschäftigten. Es gelang, trotz Mangel an Baustoffen, 155 der zerstörten Wohnungen wieder herzustellen bzw. in den Dachgeschossen der unbeschädigten Gebäude Notwohnungen für dringend unterzubringende Familien auszubauen. Nach dem Kontrollratsgesetz vom 8. März 1946 war für jeden von der Landes-Bau-Genossenschaft vergebenen Wohnraum die Zustimmung des Wohnungsamtes erforderlich. Der Zuteilung lagen folgende Richtwerte zugrunde: Für ein Ehepaar 16 m², für eine Person über 14 Jahre 8 m², für ein Kind bis 14 Jahre 4 m².

Am Tag der Währungsreform hatte die Genossenschaft einen Bestand von 320 Mehrfamilienhäusern mit 1.609 Wohneinheiten, 6 Verkaufsläden, 3 Postämtern, 1 Geschäftsgebäude und 207 Einfamilienhäusern. Die Mitgliederzahl umfasste 2.948 Genossen mit 3.272 Geschäftsanteilen.

In den Jahren 1948 und 1949 konnten im Rahmen des Wiederaufbaus 72 Wohnungen neu errichtet werden. Von 1950 bis 1951 wurden weitere 135 Wohnungen wiederaufgebaut und 305 Wohnungen neu gebaut.

Endlich war der Stillstand vorbei. Der wirtschaftliche Aufstieg begann. Die Bauprogramme wurden umfangreicher. Gemeinsam wurde erreicht, dass sich Deutschland zum Wirtschaftswunderland entwickelte.

War 1950 in der Außenhandelsbilanz noch ein Minus von drei Milliarden DM zu verzeichnen, wurde 1952 bereits ein Überschuss erzielt, der sich bis 1955 auf
1,2 Milliarden erhöhte.

In diese Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs fiel auch die Gründung Baden-Württembergs. Am 25. April 1952 wurde das Land nach einer Volksabstimmung gegründet.

Nach wie vor bestand, vor allem durch Kriegsschäden und Flüchtlingszuströme, ein enormer Wohnungsbedarf. Im April 1950 wurde deshalb das erste Wohnungsbaugesetz verabschiedet. Mit ihm begann die Erfolgsgeschichte des Sozialen Wohnungsbaus in der Bundesrepublik. Das Gesetz schrieb einen Richtwert von 1,8 Millionen zu bauenden Wohnungen bis zum Jahr 1956 fest.

An den Fertigstellungszahlen, die jährlich rund 600.000 Wohneinheiten umfassten, hat der Soziale Wohnungsbau bis Mitte der fünfziger Jahre einen Anteil von bis zu 70 Prozent. Dies waren vor allem kleine und schlicht ausgestattete Mietwohnungen.

Erst mit Verabschiedung des zweiten Wohnungsbaugesetzes im Jahr 1956 erhöhten sich Ausstattungsstandard und Wohnungsgrößen. Die Durchschnittsgröße der Wohnungen stieg von 48 m² auf bis zu 70 m² im Jahr 1960.


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